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Thüringer Gartenbau

Gärtnerei des Monats Mai 2021

Pforte zur Kräutergärtnerei Valeriana (© Bluhm)

Magisches Pflanzenparadies -

Ein Blick in das Reich der Kräutergärtnerei Valeriana

 

Durch ein kleines Wäldchen erhält man Zutritt zu einer ganz besonderen Gärtnerei in Erfurt. Das Gelände an der Blumenstraße wurde von jeher gärtnerisch genutzt und war ursprünglich ein Blumenbeet mit Kasse des Vertrauens. 2016 öffnete Valeriana hier ihre Pforte und das Gärtnerinnen-Team produziert mit viel Liebe zum Detail neben Küchenkräutern, Gewürz- und Aromapflanzen, Teepflanzen, Arzneikräutern, Färbekräuter und Räucher- und Zauberpflanzen auch Bienenpflanzen und essbare Blüten.

Unter den c.a 700 verschiedenen Kräuter sind viele Raritäten und Exoten zu finden. Dazwischen auch viele Wildbienenmagneten. Damit sich die Kunden schnell zurechtfinden sind alle Pflanzen mit kurzen Beschreibungen versehen, zu dem auch ein Hinweis auf besonders bienenfreundliche Kräuter gehört. Sehen Sie ein B im Code des Sortentextes bedeutet dies Bienenpflanze.

Die Anfragen der Kunden nach solchen Pflanzen werden immer häufiger verrät mir eine der Kräuterfrauen. Viele Kunden legen Wert auf insektenfreundliche Kräuter und immer mehr Menschen legen wilde Wiesen anstelle der kurz geschorenen Rasenflächen an, welche für Wildbienen einer Wüste gleichkommen.

Jetzt, in den noch kalten Frühlingstagen, fliegen die hartgesottenen Wildbienen bereits auf der Suche nach Nahrung durch das behütete Pflanzenparadies. Das Team unterstützt die emsigen Hautflügler dabei nach Kräften und hat im hinteren Bereich befindet sich seit vielen Jahren ein Insektenhotel. Auch im Gewächshaus steht ein kleines Nisthilfe. Gerne geben die Kräuterfrauen Tips für das Herstellen einen Insektenhotels. Dort können Sie lernen, solche Nisthilfe zu Hause selbst nach zu bauen. Der Bereich um die Nisthilfe eignet sich besonders als Standort, da die Tiere hier geschützt vor den Besuchern Nektar und Pollen an den Mutterpflanzen finden können.

Ein weiteres Highlight für Insekten wird das Duftbeet werden, welches bald auf dem Gelände angelegt wird. Neben einem Basilikumstreifen, wird dieses auch alte Thymiansorten beherbergen, welche besonders gerne von Wildbienen beflogen werden.

Zur Pflanze des Monats kürt die Kräutergärtnerei den sogenannten Hummelschaukelsalbei oder auch Pfeffersalbei. Er hat eine ganz besondere, himmelblaue Blütenpracht, die nicht nur für Insekten sehr schmackhaft ist, sondern auch dem Menschen munden. Blüten und Blätter haben einen herzhaften, pfeffrigen Geschmack und sind vielseitig einsetzbar. Lassen Sie sich verzaubern von der Magie der Kräuter und verzaubern Sie auch die Wildbienen in Ihrem Garten oder auf dem Balkon!

https://valeriana-kraeuter.de

Hummelschaukel - Salvia uliginosa (© Kräutergärtnerei Valeriana/ Barbara Neumann)

Gärtnerei des Monats März 2021

Gärtnerpaar Linzer (© Bluhm)

Gartnebaubetrieb mit Herz und Verstand

- zu Gast bei dem Gärtnerpaar Linzer in Schloßvippach

 

Der Familienbetrieb Linzer ist seit 1995 in Schloßvippach ansäßig. Herr Günter Linzer führt seinen Betrieb mit viel Humor und Sachverstand. Auf 0,5 Hektar Hochglasfläche kultivieren er und seine Frau mit einem Gärtnerteam Balkon-, Garten-, Zierpflanzen sowie Grabbepflanzungen.

In dem großen Gewächshaus überwintert die Gärtnerei für Ihre Kunden außerdem große Kübelpflanzen. Auf 115 Hektar Ackerland werden Marktfrüchte wie Weizen, Mais und Raps angebaut. Dazu kommen 10 Hektar Zucchini und 5 Hektar Kürbis. Ein großer Teil dieser produzierten Kürbis wurden in den letzten Jahren auf dem erfurter egapark Gelände für die Herbstausstellung verwendet.

Als ich die Gärtnerei betretet repariert der vielseitige Herr Linzer gerade das Dach des Gewächshauses selbst, welches durch die großes Schneemengen in den letzten Wochen Schaden genommen hatte.

Frau Linzer (© Gärtnerei Linzer)

Nachhaltiges Gärtnern ohne Plastiktöpfe (© Bluhm)

Die Gärtnerei kultiviert alle Pflanzen selbst. Dabei geht es Herrn Linzer vor allem um ein nachhaltiges wirtschaften. Um Plastiktöpfe einzusparen werden beispielsweise Stiefmütterchen und Hornpfeilchen seit vielen Jahren in Erdtöpfen angezogen. Dies ist eine ressourcenschonende Möglichkeit der Anzucht. Hierzu wird mit Hilfe einer Erdtopfpresse ein Substratblock hergestellt, der das Verwenden eines Plastiktopfes überflüssig macht.

 

Um Befruchter für die Gemüsepflanzen anzulocken, legt der Betrieb Blühstreifen für Wildbienen und andere Insekten an. Hierfür wird natürlich regionales Saatgut verwendet um die Flora und Fauna der Region nach Kräften zu unterstützen. Besonders an den Zucciniepflanzen sieht man den Mangel an Befruchtern deutlich. Die Pflanzen bilden zwar auch ohne Bestäubung Früchte aus, diese sind dann jedoch deformiert und somit unverkäuflich.

Um den Insekten die ideale Starthilfe zukommen zu lassen hat Herr Linzer die Bienenexpertin Meike Luderer-Pflimpfel zu sich eingeladen. Sie hat einen Leitfaden zur Wildbienenförderung im Gemüsebau für den Betrieb erstellt. Nun steht einem insektenfreunlichen Gemüsebeet nichts mehr im Wege.

In Erfurt Diddelstedt hat Herr Linzer außerdem seit nunmehr 10 Jahren eine Bienenweide aus Sidapflanzen angelegt. Dies ist ein Malvengewächs, welches besonders im Spätsommer eine Nahrungsquelle für Wildbienen darstellt, wenn die meisten anderen Pflanzen bereits nicht mehr in Blüte stehen.

Der Familienbetrieb handelt nicht nur im Wildbienenschutz am Zahn der Zeit. Auch was das Sortiment betrifft geht das Unternehmen mit den aktuellen Trends. Diese bringt Herr Linzer von den goßen Messen mit in das beschauliche Schloßvippach. Ein solcher Trend verbindet in diesem Jahr beide Passionen. Zur Pflanze des Monats kürt Günter Linzer daher den Knopfbusch. Diese Pflanze bildet außergewöhnliche weißgelbe Blütenbälle. Daraus schauen die Staubgefäße weit hervor und locken durch ihren intensiven Duft von Juli bis August die Wildbienen an. Das hat dem Zierstrauch auch den Namen Honigball eingebracht. Verleihen auch Sie ihrem Balkon oder Beet mit dieser Rarität eine ganz besondere Note und freuen Sie sich über jede Menge beflügelter Besucher!

Herr Linzer lädt Sie herzliche ein, sich selbst ein Bild der wundervollen Gärtnerei zu machen. Kommen Sie zum Tag der offenen Tür am 24.04.2021 (vorbehaltlich aktueller Coronamaßnahmen)!

https://www.gaertnerei-linzer.de

Kürbisernte der Gärtnerei Linzer (© Gärtnerei Linzer)

Gärtnerei des Monats Februar 2021

Stauden statt Schotter - Ansprechende Gärten für Mensch und Insekt dank der Expertiese von Björn Poltermann

1993 gründete Siegmar Poltermann die Staudengärtnerei und spezialisierte sich zunächst auf alpine Pflanzen. Inzwischen führt sein Sohn Björn Poltermann den, am östlichen Stadtrand von Erfurt gelegenen Betrieb. Auf einem Areal von 1,6 ha gibt es um die 650.000 Sauden zu bestaunen. Momentan liegt noch eine dicke Schneeschicht auf den robusten Pflanzen, welche nur darauf warten, im Frühjahr die Insekten mit wertvollem Nektar und Pollen zu versorgen.

Schon allein wegen der großen Menge an Pflanzen sowie der Sortenvielfalt, ist das Gelände der Gärtnerei ein Paradies für Wildbienen. Damit sich nicht nur die Hautflügler zurechtfinden, sondern auch die naturschutzorientierten Kunden bietet Björn Poltermann ein „Stauden-Menü für Insekten“ des Bundes deutscher Staudengärtner (BdS) an. Hier bekommen seine Kunden in drei Rubriken einen Überblick, zu welcher Jahreszeit, welche Stauden für die Insekten am wertvollsten sind. So können sie eine Vorspeise für den Frühling, eine Hauptspeise für den Sommer und ein Dessert für den Herbst wählen.

Große Vielfalt in der Staudengärtnerei Siegmar Poltermann (© Poltermann)

Ab Februar summt es über der Blütenpracht in der Gärtnerei (© Poltermann)

Ein Thema welches dem versierten Naturschützer und Staudenexperten Björn Poltermann ganz besonders am Herzen liegt ist der Einsatz für insektenfreundliche Gartengestaltung. „Es ist ein Irrglaube, dass Schotterflächen weniger Arbeitsaufwand bedeuten“ sagt er im Interview. Einige Menschen glauben, dass Schotter und Kies als Bodenbedeckung unerwünschtes Pflanzenwachstum im Garten verhindert und dadurch pflegeleichter als ein Staudenbeet sei. Zwischen den Steinen, bleibt jedoch im Herbst das Laub hängen, es sammelt sich Dreck und es wachsen Moose und Unkräuter. Diese zwischen den Steinen zu entfernen ist sehr mühselig. Durch ein Vlies oder eine Betonschicht unter dem Schotter trocknet der Boden aus, verödet und wird unbrauchbar. Dafür speichert der Stein die Hitze im Sommer und trägt durch das Abstrahlen zur weiteren Aufheizung und Austrocknung der Städte und Gemeinden bei.

Vor allem die Insekten haben auf solchen Flächen das Nachsehen sagt Herr Poltermann. Für Sie gibt es auf den Steinwüsten keine Nahrungs- oder Nistmöglichkeiten.

Eine ökologisch wertvolle Alternative sind Stauden. Die pflegeleichten Pflanzen sehen nicht nur gut aus und tragen zu einer Verbesserung des Klimas bei sondern unterstützen vor allem auch die Fauna. Wie gut eine Bepflanzung mit Stauden den Wildbienen tut kann man ab dem Frühjahr in der Staudengärtnerei Poltermann hautnah erleben. Hier summt es über dem breiten Sortiment und zeigt dem Kunden direkt an, welche Pflanzen am aller meisten angeflogen werden.

Eine Staude in diesem Betrieb, hat dabei eine besonders magische Anziehungskraft auf die Insekten. Björn Poltermann ernennt daher die Bergminze zur Pflanze des Monats. Sie strömt einen frischen, minzhaltigen Geruch aus und sorgt so für eine schöne Abwechslung zu den sonst meist lieblichen Düften der Stauden. Die Pflanze blüht von Juni bis September mit kleinen weißen Blüten. Sie ist pflegeleicht, anspruchslos und gedeiht an trockenen Standorten. Sie kann einzeln oder in einer Bienenweide gepflanzt und auch ohne fachliche Vorraussetzungen problemlos kultiviert werden.

Lassen Sie sich von dieser unkomplizierten Staude verzaubern und erfreuen Sie sich an dem Einzug der Wildbiene in Ihren Garten!

https://stauden-poltermann.de

Bergminze - Calamintha nepeta 'Triumphator' (© Poltermann)

Winterpause

Von Dezember bis Februar geht es in die Winterstarre

Da zu dieser Zeit die meisten Gärtnereien für Kunden geschlossen sind und auch die Wildbienen eine Pause einlegen müssen, stellen wir Ihnen die nächste Gärtnerei des Monats im Februar vor!

 

Wildbiene in Winterstarre (© Bluhm)

Gärtnerei des Monats November 2020

Team Gärtnerei Klenart-Stauden (© Bluhm)

Nachhaltiger Wildbienenschutz - gut durchdacht von Inhaber Pascal Klenart 

1981 machte sich Wolfgang Klenart in Erfurt Bischleben mit einer breit aufgestellten Gärtnerei selbstständig. 2003 siedelte das Unternehmen an den heutigen Standort im Erfurter Norden um. Damit einher ging auch die Spezialisierung der Gärtnerei auf Stauden. Pascal Klenart übernahm 2016 den Betrieb von seinem Vater und setzt auch weiterhin auf Qualität und Nachhaltigkeit.

Auf dem ca. einem Hektar großen Gelände der Gärtnerei gibt es Stauden aller Art zu entdecken, darunter auch einige Besonderheiten und Raritäten. Das freut nicht nur die Kunden, sondern auch zahlreiche Insekten. Für diese setzten sich Pascal Klenart ganz besonders ein. Bereits seit einigen Jahren wird für die Wildbienen in der Gärtnerei vieles getan. Der Betriebsinhaber und versierter Naturschützer will jedoch noch mehr tun.

Im oberen Bereich der Gärtnerei hat er mit seinen Mitarbeitern auf ca. 90qm ein Präriebeet angelegt, welches er bewusst mit Sand anstelle von Split oder Zierkies gemulcht hat. So finden dort viele Wildbienenarten ihre Nistplätze und helfen Herrn Klenart im Gegenzug durch die Bestäubung seiner Pflanzen. Das Beet eignet sich perfekt für die Insekten, da sich durch die Mulchung wenig Unkraut bildet und wenig Eingriffe stattfinden müssen. So haben die Bienen die nötigte Ruhe, um Nistgänge im Sand anzulegen und Larven und Puppen die Zeit sich zu entwickeln.

Die Gärtnerei sorgt zudem für ausreichend Nahrung. Wildkräuter dürfen stehen bleiben und zur Blüte kommen und auch die Stauden dürfen blühen. Selbstverständlich wird dabei auf die Sortenreinheit und Abstand zu den Verkaufsflächen geachtet. Durch nachhaltiges und vorausschauendes wirtschaften, kann die Gärtnerei auf den Einsatz von Chemikalien verzichten. Ein weiterer Pluspunkt für Flora und Fauna.

Kniphofia Hybride Limelight (© Bluhm)

Zusätzlich zu den bereits vorhanden Nistmöglichkeiten auf dem Gelände hat die Gärtnerei versucht durch spezielle Nisthilfen die Wildbienen weiter zu unterstützen. Dabei mussten die Gärtner leider feststellen, dass die meisten der gewerblichen Nisthilfen nicht funktional oder gänzlich unbrauchbar sind, zum Teil die Tiere sogar schädigen. Aus diesem Grund lud uns der engagierte Naturschützer Pascal Klenart ein, um Ihn und sein Team zu diesem Thema zu schulen.

Im nächsten Jahr soll neben dem Präriebeet, in direkter nähe zu den Futterquellen der Bienen, eine große Nisthilfe für die Röhrennister unter ihnen entstehen. Außerdem will der Betrieb seine Expertise nutzen, um endlich sinnvolle Nisthilfen für den Markt herzustellen. Diese werden auf dem Gärtnermarkt der Bundesgartenschau vorgestellt. Die Nisthilfen können dann inklusive einer fachgerechten Beratung bei der Gärtnerei erstanden werden.

Zur Pflanze des Monats November, hat Pascal Klenat die spät blühende Fackellilie ernannt. Mit dieser wunderschönen, exotisch anmutenden Pflanze können Sie in der späten Jahreszeit ihr Beet in ein Blütenmeer und somit ein reichhaltiges Buffet für die Wildbienen verwandeln. Setzen Sie einen Farbakzent gegen den grauen Winter und lassen Sie für sich und die Insekten den Sommer nachklingen.

https://klenart-stauden.de

Gärtnerei des Monats Oktober 2020

Gärtnerei mit Tradition - ein Gespräch mit Konstanze Eismann

1903 gründete der Großvater von Konstanze Eismann den Gartenbaubetrieb in Gera. Seither produziert die Familie sowohl Zierpflanzen als auch Gemüse in Bio Qualität. Dabei setzt das Unternehmen ganz bewusst auf Nützlinge in Ihren Gewächshäusern und in den Beeten. Dazu zählen neben den Schädlingsbekämpfern auch Bestäuber wie die Wildbienen. Diese tummeln sich zahlreich auf dem Gelände der Gärtnerei. Auch wenn die Hauptsaison für Blühpflanzen naturgemäß der Sommer ist, tut die Familie Eismann im Herbst ebenfalls so einiges, um auch in Ihrem Garten durch spät blühende Pflanzen eine gute Nahrungsgrundlage für die fleißigen Insekten zu bieten.

Wildbienen sammeln auch im Herbst noch emsig Nektar und Pollen und können so die kommende Generation für das nächste Jahr versorgen. Damit dies möglich ist, blüht bei Familie Eismann auch im Oktober allerhand bienenfreundliches. Um ihren Kunden einen guten Überblick zu geben, zeichnet die Gärtnerei besonders nahrhafte und von den Bienen bevorzugte Pflanzen aus und leistet so einen weiteren wichtigen Beitrag zum Wildbienenschutz.

Konstanze Eismann präsentiert die Pflanze des Monats (© Bluhm)

Sollten Sie unsicher sein, mit welchen Pflanzen Sie die nützlichen Insekten unterstützen können oder wenig Zeit haben, können Sie sich in der Gärtnerei Eismann professionell bienenfreundliche Balkonkästen/Kübel oder Grabschmuck zusammenstellen lassen.

Zur Pflanze des Monats hat Konstanze Eismann die Aster erwählt.Sie bringt nicht nur bis in den Winter hinein Farbe in Ihr Beet, sondern versorgt die Insekten ihres Gartens mit wertvollen Nähstoffen.

Wussten Sie, dass auch Sie die Aster in Ihren Speiseplan integrieren können? Als bunte Ergänzung zum Salat eignen sich die Blüten ebenfalls für den Menschen zum Verzehr. Eine gute Pflanze für Mensch, Tier und natürlich das Auge.

www.gartenbau-floristik-eismann.de