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Wildbiene des Jahres 2021: Die Mai-Langhornbiene
(Eucera nigrescens, Pérez 1879)

Diese Wildbiene ist ein kurioser Vertreter Ihrer Art. Nicht nur Ihr Aussehen ist außergewöhnlich. Die Männchen haben an ihrem Kopf zwei extrem lange Antennen. Sie unterscheiden die Hautflügler deutlich von Ihren Artgenossen. Die Insekten sind sehr pelzig und orange-braun behaart.

Im Frühling kann man ein besonderes Phänomen auf Fettwiesen, an Dämmen oder an Säumen von Hecken oder Waldrändern beobachten. Die männliche Mai-Langhornbiene vollführt hier eine besondere Flugshow vor den Blüten. Es sieht aus, als würde Sie Patrouillen fliegen während Sie vor der Futterquelle auf die Weibchen wartet. Dabei folgen Sie immer wieder ihrer eigenen Flugbahn, welche sie mithilfe von Duftmarken erkennen.

Nach der Paarung legen die Weichen ihre Eier in Nistgänge in offenen Böden. Bevorzugt wird dabei lehmig, sandige Erde.

Ihre Nahrung sammeln die Tiere ausschließlich von Schmetterlingsblütlern. Eine der entscheidenden Pflanzen für diese Wildbienen ist die Zaun-Wicke (siehe Titelbild). Sie produziert bei feucht-warmem Wetter sehr viel Nektar und ist die wichtigste Pollenquelle für die Wildbiene des Jahres. Die Kronblätter der Blüten sind sehr dick und können nur von starken Insekten geöffnet werden. Da die Mai-Langhornbiene größer als die Honigbiene ist, hat sie hierbei keine Probleme.

Das Kuratorium Wildbiene des Jahres kürt jedes Jahr eine besondere Biene, um auf deren Nöte aufmerksam zu machen. In Berlin ist die Mai-Langhornbiene bereits ausgestorben. In Sachen gilt sie als bedroht.

 

 

Mai-Langhornbiene (Eucera nigrescens) (© Bluhm)